Parlamentarisches Patenschafts Programm

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm gibt seit 1983  jedes Jahr Schülerinnen und Schülern sowie jungen Berufstätigen die Möglichkeit, mit einem Stipendium des Deutschen Bundestages ein Austauschjahr in den USA zu erleben. Zeitgleich sind junge US-Amerikaner zu einem Austauschjahr zu Gast in Deutschland. Das PPP ist ein gemeinsames Programm des Deutschen Bundestages und des US-Congress. Es steht unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten.

https://www.bundestag.de/ppp


Bewerbungsablauf beim PPP


Mitte Mai 2015 – Ausfüllen der Bewerberkarte

Es war endlich soweit und ich konnte auf der Internetseite des Bundestags meine Bewerberkarte mit meinen Daten  ausfüllen.

Juni/Juli 2015 – Ausfüllen der Bewerbung inklusive des Motivationsschreibens

Nachdem ich die Zugangsdaten für meine „Bewerbung“ auf der Experiment- Seite erhielt, konnte es endlich mit dem Ausfüllen losgehen. Man musste nicht nur seine gesamten persönlichen Daten angeben, sondern auch ein Motivationsschreiben verfassen, indem man seine Beweggründe nennen soll. Ziel dieses Motivationsschreibens ist es, dass sich die Organisation und später auch dein Bundestagsabgeordneter ein Bild von dir und deiner Persönlichkeit machen kann. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, sich viel Mühe während der Erarbeitung zu geben, weil das Schreiben später dein Aushängeschild sein wird.


Oktober 2015 – Auswahlgespräch

Ende Oktober kam endlich die E-Mail mit der Einladung zum Auswahlgespräch. Obwohl die Einladung zum Gespräch nicht überraschend kam, da alle Bewerber mit einer vollständigen Bewerbung eingeladen werden, stieg meine Aufregung ins Unermessliche… Da ich bereits auf der PPP-Seite und auf vielen Auslandsblogs von PPP-Stipendiaten gelesen hatte, dass während des  Auswahlgespräches ein Politiktest stattfindet, bereitete ich mich schon langfristig darauf vor. Das war im Nachhinein gesehen auch sehr vorteilhaft, da ich nicht nur das Gefühl hatte sehr gut vorbereitet zu sein (die Nachfrage bei anderen Teilnehmern wie sie sich auf den Politiktest vorbereitet haben, fiel mit „Es gibt einen Politiktest ??“ aus..), sondern auch gleich etwas für meine Allgemeinbildung getan habe. Ich habe mir zum Lernen ein kleines Buch angelegt, in das ich alle Informationen zum Lernen reingeschrieben habe. Die Themen reichten von allen Informationen über unseren Bundestag mit den wichtigsten Abgeordneten über Informationen der Staatsform in den USA und der Aufzählung aller  EU-Länder. Im Nachhinein gesehen war natürlich längst nicht alles gefragt, geschadet hat es mir aber auf keinen Fall. Es lohnt sich, sich vorzubereiten und kann sich sehr positiv auf deinen weiteren Weg beim PPP auswirken. Beim Auswahlgespräch waren wir 17 Leute und wir mussten jeder 2 persönliche Gegenstände mitbringen, die einmal unsere Heimatstadt oder unser Heimatland beschreiben und dann noch einen Gegenstand, der uns selbst beschreibt. Gut ist es, wenn man sich vorher Gedanken darüber macht, warum man genau diese Gegenstände ausgewählt hat. Während des Auswahlgespräches macht man viele „Gruppenspiele“, die einfach dem Zweck dienen, dass die Gesprächsleiter sich einen möglichst umfangreichen Eindruck von dir und deiner Persönlichkeit machen können.  Dann wird man für ein kurzes Gespräch in einen separaten Raum gebeten und es werden verschiedene Fragen gestellt, wie über dein Motivationsschreiben oder über mögliche Situationen während deines Auslandsjahres. Außerdem muss man kurz eine Frage auf Englisch beantworten und seinen persönlichen Gegenstand vorstellen. Ich hatte unheimlich Glück bei meinem Gespräch, weil die 2 sympathischsten Leiter mit mir das Gespräch führten und wir einfach eine total lockere Unterhaltung hatten und viel gelacht haben. Nach dem Gespräch ist mir erstmal ein unglaublicher Stein vom Herzen gefallen, weil ich mich davor so verrückt gemacht hatte. Nach dem Auswahlgespräch fuhr ich mit einem gutem Gefühl nach Hause – nicht, weil ich so siegessicher war, sondern viel mehr, weil ich mein bestes gegeben hatte und ich die Entscheidung ja eh nicht mehr beeinflussen konnte. Nun war wieder warten angesagt, was mir aber durch die vielen Prüfungen und Arbeiten in der Schule nicht so lang erschien.


November 2015 – langersehnte Nachricht

Endlich war die lang ersehnte Post vom Auswahlgespräch im Briefkasten. Die Aufregung stieg bei mir wieder und ich riss den Brief voller Erwartung auf. Nachdem ich den Brief zweimal gelesen hatte, verstand ich dann auch, dass es für mich in die nächste Runde des Auswahlverfahrens ging und konnte mein Glück kaum fassen.

Januar 2016 – Einladung, das Gespräch mit meinem Bundestagsabgeordneten & die Entscheidung

Mitte Januar erhielt die Einladung zu dem Gespräch mit meinem MdB, welches auch schon drei Tage später gemeinsam mit meinen Eltern stattfinden sollte. Ab dieser Einladung konnte ich die darauffolgenden Nächte kaum schlafen und ich war so aufgeregt wie noch nie in meinem Leben zuvor, da mir klar wurde, wie wichtig das letzte Gespräch für die Weiterverfolgung meines Traumes ist. Das Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten aus meinem Wahlkreis - Matthias Schmidt – lief sehr entspannt ab und es wurden keine politischen Fragen gestellt, es ging einzig und allein darum, dass Herr Schmidt sich einen Eindruck von den letzten drei Bewerbern aus der Endrunde machen konnte. Bereits am nächsten Tag erhielt ich einen Anruf von Herrn Schmidt, in dem er mir die freudige Nachricht mitteilte, dass ich das Stipendium erhalten hätte. Nachdem ich mich überschwänglich bedankte und auflegte, musste ich erst einmal überlegen, ob ich mich nicht verhört hätte, doch ich rief mir immer wieder seine Worte ins Gedächtnis und konnte es immer noch nicht fassen. Danach folgten erstmal gefühlt tausende Anrufe an meine Familie und meine Freunde – realisiert, das begehrte PPP-Stipendium zu haben, habe ich es immer noch nicht.

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